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Die großen Luxusunternehmen stoppen Geschäftstätigkeit mit und/oder in Russland

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„Wir sind für das russische Volk da und nicht für die politische Welt“, sagte noch vor wenigen Tagen Jean-Christophe Babin, CEO der zu LVMH gehörenden Marke Bulgari, und rechtfertigte damit, dass der Konzern nach der Ukraine-Invasion seine Geschäfte in Russland geöffnet gelassen hatte und dort sogar eine steigende Nachfrage feststellen konnte.

Nun hat das Unternehmen scheinbar seine Haltung geändert und teilte gegenüber der Agentur AFP am Freitag-Abend mit, dass die 124 LVMH-Geschäfte in Russland vorübergehend geschlossen werden. Die etwa 3.500 russischen Mitarbeiter würden aber weiterhin bezahlt, hieß es gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Ob auch die Exporte gestoppt werden, teilte das Unternehmen bislang nicht mit.

Auch Kering schließt seine Geschäfte in Russland und gibt folgendes Statement ab:

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„Aufgrund wachsender Bedenken hinsichtlich der aktuellen Situation in Europa schließt Kering vorübergehend seine Filialen in Russland für seine Häuser, die die Gruppe direkt im Land betreibt. Kering und seine Häuser werden die lokalen Teams weiterhin unterstützen und die sich entwickelnde Situation genau beobachten.“ Betroffen sind zwei eigene Geschäfte und 180 Mitarbeiter.

Die Swatch Group hatte am 4. März angekündigt, alle Russlandexporte zu stoppen. Die Swatch Group Russia setzt hingegen ihre Geschäftstätigkeit sowie ihre Aktivitäten fort, „auch unsere Geschäfte im Land bleiben geöffnet“, so der Konzern.

Chanel wiederum stoppt alle Exporte nach Russland und schließt auch alle 17 dortigen Filialen, nachdem die Marke bereits den E-Commerce für Russland ausgesetzt hatte.

Und auch Hermès schließt seine drei Moskauer Geschäfte und stoppt alles kommerziellen Aktivitäten mit Russland.

Und last but not least, auch Richemont reagiert auf die Invasion der Ukraine durch Russland und setzt alle dortigen kommerziellen Aktivitäten aus.

Russland war im vergangenen Jahr der 17. größte Markt für die Schweizer Uhrenindustrie, Zeitmesser im Wert von 260 Millionen CHF mit einem Verkaufswert von über einer halben Milliarde Franken wurden 2021 dorthin geliefert.


Die unabhängigen Marken Rolex, Patek Philippe, Audemars Piguet und Richard Mille – alle wurden vergangene Woche von WatchPro kontaktiert – haben sich bisher nicht zu einer Änderung ihrer Pläne geäußert, zehn Tage seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine.

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Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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