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Die Firma Blaken passt Rolex-Uhren nach Kundenwunsch an – ganz legal

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Am vergangenen Freitag berichteten wir über den Fall LaCalifornienne. Das US-amerikanische Unternehmen passt nach Kundenwunsch Luxusuhren an und verkauft veränderte Modelle auch über ein Netzwerk von Partnern, unter anderem über Farfetch.

LaCalifornienne ist von Rolex angeklagt worden, durch solche Veränderungen Fälschungen zu produzieren.

Es gibt auch ein deutsches Unternehmen, das auf die Veränderung von Luxusuhren spezialisiert ist. Die Blaken GmbH mit Sitz in Menden im Sauerland unterscheidet sich aber in einem Punkt entscheidend von der Arbeitsweise des US-amerikanischen Unternehmens.

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Im Gespräch mit WatchPro Deutschland erläutert Geschäftsführer Alexander Klingenbeil die Hintergründe.

WatchPro: Ist Ihnen der Fall LaCalifornienne bekannt?

Alexander Klingbeil: In der Tat wurde uns der Link zu dem Fall am Tag vor Ihrer Anfrage zugesandt, gelesen habe ich ihn aber erst nach Ihrer Anfrage. LaCarlifornienne war mir persönlich bisher nur flüchtig bekannt. Bitte haben Sie auch Verständnis dafür, dass ich Ihnen natürlich zu dem Thema meine Meinung sagen kann, aber den ganzen Sachverhalt juristisch nur schwer beziehungsweise gar nicht bewerten kann. Das Geschäftsmodell des Unternehmens ist mir persönlich auch noch nicht wirklich klar, allerdings unterscheidet es sich definitiv von dem der Blaken GmbH. Dazu aber mehr später.“

WatchPro: Sind Sie schon einmal mit dem Vorwurf der Fälschung konfrontiert worden?

Alexander Klingbeil: Nein. Mit dem Vorwurf der „Fälschung“ wurden wir noch nie konfrontiert. Aus unserer Sicht wäre das auch haltlos, da wir ausnahmslos Originaleile der Rolex SA als Basis unserer Blaken-Produkte nutzen. Hierbei transformieren wir diese rein optisch und stellen sie natürlich nicht selber her. Das aus dieser, im Auftrag des Kunden erfolgenden, Service-Transformation entstehende Produkt ist eine Blaken-Uhr mit eigener Garantie, Verpackung und eigener Markenkennzeichnung „BLAKEN“ vorne und hinten (Ziffernblattaufdruck und Gravur) auf dem Produkt. Zudem fügen wir den Hinweis „Independently customized by Blaken“ als Gravur zu.
Insofern unterscheidet sich dies markant von dem Geschäftsmodel des besagten Unternehmens La Carlifornienne. Denn hier wird offensichtlich ohne weiteren Verweis einer „Customization“ oder Verwendung einer Zweitmarke „LaCalifornienne“ auf dem Produkt dieses – nach erfolgter Veränderung – wieder in den Markt gebracht. Ob und wie die Produkte gekennzeichnet sind entzieht sich meiner Kenntnis und ist aus den vorliegenden Bildern nur schwer ersichtlich. Ob Rolex mit einer derartigen Klage Erfolg haben kann, kann ich als Nicht-Jurist schwer beurteilen. Dagegen spricht meines Erachtens, dass die Uhren in ihrem Ursprungszustand zum einen bereits von Rolex (vor Jahren) auf den Markt gebracht worden sind und zum anderen jeder – auch ohne eine Marke „LaCalifornienne“ auf den Uhren – erkennen dürfte, dass Rolex derart gestaltete Uhren nicht anbietet.

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Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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