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Die Branche steht nicht still: Watchpeople geht individuell auf die Bedürfnisse und Anforderungen der Partner ein

RB

Das öffentliche und wirtschaftliche Leben steht still? Nicht ganz. Angesichts frühlingshafter Temperaturen zieht es viele in die Natur und Parks und für den Handel gelten seit Montag erste Lockerungen. Auch die Lieferanten und Marken unserer Branche waren und sind trotz des verordneten Shutdowns nicht ins Nichtstun verfallen.

Im Interview mit WatchPro Deutschland berichtet Ralf Barthelmeß (Geschäftsführender Gesellschafter/CEO Watchpeople), wie das Unternehmen mit der herausfordernden Situation umgeht.

WatchPro Deutschland: Geht es Ihnen und Ihren Mitarbeitern gut?

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Ralf Barthelmeß: Wir sind alle gesund und hoch motiviert, diese herausfordernden Zeiten bestmöglich zu meistern, vielen Dank der Nachfrage.

WatchPro Deutschland: Hatten Sie mit dem Shutdown in diesem Ausmaß in Deutschland gerechnet?

Ralf Barthelmeß Mit diesem Ausmaß hatten wir nicht gerechnet, offensichtlich hatten wir alle die Corona-Situation in China unterschätzt. Somit waren wir hierzu auch nicht wirklich vorbereitet.

WatchPro Deutschland: Wie haben Sie die Arbeitsabläufe und Produktion an die Krise angepasst?

Ralf Barthelmeß: Wir haben die Empfehlungen der Bundesregierung sehr ernst genommen, um unser Watchpeople-Team bestmöglich zu schützen. Zudem haben wir teilweise Kurzarbeit umgesetzt, insbesondere im Außendienst nach der Schließung der Geschäfte. Und auch im Innendienst arbeiten wir mit abwechselnden Besetzungen, sodass wir den Kundenservice sicherstellen und unsere Mitarbeiter auch bestmöglich schützen können. Hierzu zählt auch, dass wir erhöhte Hygienemaßnahmen umgesetzt haben.

WatchPro Deutschland: Wie wirkt sich dies auf den zeitlichen Ablauf der Neuheiten-Präsentation aus?

Ralf Barthelmeß: Die Neuheiten unserer Marken Watchpeople, Brown Sugar by Watchpeople, Walter Gropius und Esprit Watches&Jewels haben wir auf der Inhorgenta in München vorgestellt. Somit hat die Neuheiten-Präsentation vorwiegend Auswirkungen auf unsere Handelspartner und potenziellen Neukunden, die nicht in München waren.

WatchPro Deutschland: Mit welchen Fragen, Bitten und Forderungen ist der Handel an Sie herangetreten?

Ralf Barthelmeß: Einige Handelspartner haben uns kontaktiert und uns gebeten, dass wir während der Schließungsphase keine Auslieferungen vornehmen. Dies ist selbstverständlich für uns. Wir haben während der Schließungsphase nur Auslieferungen auf ausdrücklichen Wunsch unserer Kunden ausgeführt. Obwohl wir anmerken können, dass wir in den Startlöchern standen mit der Auslieferung der Esprit-Neuheiten.

WatchPro Deutschland: Wie haben Sie darauf reagiert? Haben Sie besondere Maßnahmen zur Unterstützung ihrer Handelspartner konzipiert?

Ralf Barthelmeß: Wir stehen im regen Kontakt mit unseren Handelspartnern und gehen individuell auf die Bedürfnisse und Anforderungen unserer Partner ein. Unserer Firmenphilosophie folgend – „wir glauben an den Fachhandel“ – wollen wir unsere Partner in der schwierigen Phase bestmöglich unterstützen.

WatchPro Deutschland: Was denken Sie, wie lange die Branche benötigen wird, um die Krise einigermaßen überwunden zu haben?

Ralf Barthelmeß: Das kann niemand wirklich vorhersehen. Wichtig ist es aus unserer Sicht, dass die gesamte Schmuck und Uhrenbranche partnerschaftlich miteinander umgeht.

WatchPro Deutschland: Wir sich die Uhrenbranche und das Konsumverhalten nachhaltig durch die Krise verändern werden?

Ralf Barthelmeß: Wir gehen davon aus, dass die Wertschätzung der Innenstädte und Shoppingcenter mit Handel und Gastronomie wieder stärker werden wird. Zudem sind wir fest davon überzeugt, dass generell ein bewussteres Konsumieren stattfinden wird. Die Menschen sollten erkennen wie wichtig, Juweliere und Uhrenfachgeschäfte vor Ort sind, mit Beratung und Einkaufserlebnis.

WatchPro Deutschland: Was werden Sie nach der Krise anders machen?

Ralf Barthelmeß: Wir müssen viel öfter unsere Abläufe und Entscheidungen hinterfragen, die sich über die letzten Monate und Jahre in unserem Handeln vertieft haben. Damit haben wir aber schon vor der Krise begonnen. Möglicherweise gibt es sehr oft Ansätze, die different, jedoch für alle Beteiligten effizienter und nachhaltiger sind. Dies betrifft das tägliche Business sowie unseren Umgang mit den Ressourcen und der Umwelt.

WatchPro Deutschland: Gibt es etwas, was Sie trotz allem positiv in die Zukunft blicken lässt?

Ralf Barthelmeß: Ja! Wir gehen davon aus, dass die Menschen wieder viel bewusster ihre Freiheit wertschätzen und die Einkaufsmöglichkeiten in den Innenstädten und Shoppingcentern genießen. Ich spreche hierbei von der Wertschätzung für den stationären Handel. Es geht um die Lebensfreude, die wir im stationären Handel bekommen, gepaart mit sozialen Kontakten und Beratungsqualität, die der Handel bietet, entgegen dem Kauf auf Onlineplattformen wie Amazon, wo es primär nur um den günstigsten Preis geht.

Die Krise hat aufgezeigt, dass die Onlineplattformen dies nicht abdecken können, von den Schließungen der Geschäfte nicht profitiert haben und primär für die Grundversorgung genutzt werden. Somit sehen wir der Zukunft absolut positiv entgegen und gehen davon aus, dass ein Umdenken bei vielen Menschen stattfinden wird!

Das Modell „J. Albers“ der Marke Walter Gropius wurde mit dem „Good Design Award 2019“ in der Kategorie „Personal“ ausgezeichnet.

Tags : BarthelmeßCoronaEspritGropiusLockdownShutdownWatchpeople
Antje Heepmann

The author Antje Heepmann

Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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