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Die Branche steht nicht still: Sinn Spezialuhren präsentiert die Neuheiten digital am 29. April

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Das öffentliche und wirtschaftliche Leben steht still? Nicht ganz. Angesichts frühlingshafter Temperaturen zieht es viele in die Natur und Parks und für den Handel gelten seit gestern erste Lockerungen. Auch die Lieferanten und Marken unserer Branche waren und sind trotz des verordneten Shutdowns nicht ins Nichtstun verfallen.

Im Interview mit WatchPro Deutschland berichtet Lothar Schmidt (Geschäftsführer Sinn Spezialuhren), wie das Unternehmen mit der herausfordernden Situation umgeht.

WatchPro Deutschland: Geht es Ihnen und Ihren Mitarbeitern gut?

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Lothar Schmidt: Ja! Wir haben glücklicherweise bisher keinen Covid19-Fall im Haus. Die sofort eingeleiteten Maßnahmen haben sicherlich dazu beigetragen. Viele Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen arbeiten von Zuhause aus, aber Produktion, Kundendienst und Logistik, und natürlich die Entwicklung neuer Modelle laufen wie gewohnt weiter.

WatchPro Deutschland: Hatten Sie mit dem Shutdown in diesem Ausmaß in Deutschland gerechnet?

Lothar Schmidt: Nach den vorangegangenen Nachrichten aus China, hat sich das Kommende klar abgezeichnet.

WatchPro Deutschland: Wie haben Sie die Arbeitsabläufe und Produktion an die Krise angepasst?

Lothar Schmidt: Wo es möglich ist, arbeiten Mitarbeiter von Zuhause aus. In der Produktion, im Kundendienst und in allen anderen Bereichen, die vor Ort sind, werden die Empfehlungen zu Abstand und Hygiene extrem sorgfältig umgesetzt.

WatchPro Deutschland: Wie wirkt sich dies auf den zeitlichen Ablauf der Neuheiten-Präsentation aus?

Lothar Schmidt: Unsere Neuheiten werden wie geplant am 29. April 2020 der Weltöffentlichkeit vorgestellt und können dann natürlich auch bestellt werden. Die Präsentation kann jetzt leider nicht persönlich auf der Baselworld erfolgen, daher werden wir die neuen Zeitmesser auf digitalem Wege kommunizieren.

WatchPro Deutschland: Mit welchen Fragen, Bitten und Forderungen ist der Handel an Sie herangetreten?

Lothar Schmidt: Da unser Vertriebskonzept in Deutschland zu einem großen Teil auf Kommisionsware beruht, die wir unseren Partner stellen, wird hier generell kein Zahlungsdruck aufgebaut.

Außerdem haben wir sehr schnell die Aktion „Sinn-Frühling 2020“ ins Leben gerufen. Auf diesem Wege kann ein Juwelier, der keinen eigenen Online-Vertrieb hat, unseren Online-Shop nutzen und bekommt für Aufträge mit diesem Code, die ihm zugeordnet sind, seine volle Marge. Das ist keine aufsehenerregende Kampagne, aber eben ein Unterstützungsangebot, das wir schnell, unkompliziert und pragmatisch umsetzen konnten.

WatchPro Deutschland: Wie beurteilen Sie das Angebot an staatlichen Hilfsmaßnahmen?

Lothar Schmidt: Wir sehen die Maßnahmen positiv, haben sie aber bisher nicht in Anspruch genommen.

WatchPro Deutschland: Was denken Sie, wie lange die Branche benötigen wird, um die Krise einigermaßen überwunden zu haben?

Lothar Schmidt: Das hängt ganz von den staatlichen Maßnahmen ab. Das der Einzelhandel ab dem 20. April wieder öffnen konnte ist ein erster Schritt.

WatchPro Deutschland: Denken Sie, dass der jetzt ausfallende Umsatz wieder reingeholt werden kann?

Lothar Schmidt: Wir haben glücklicherweise ein sehr positives erstes Quartal gehabt und auch jetzt sind die Aufträge ja nicht komplett weggebrochen. Es ist ambitioniert, aber dank unserer weltweiten Umsatzverteilung gehen wir davon aus, dass sich der Schaden für Sinn in Grenzen hält.

WatchPro Deutschland: Denken Sie, dass sich die Uhrenbranche und das Konsumverhalten nachhaltig durch die Krise verändern werden?

Lothar Schmidt: Nein.

WatchPro Deutschland: Was werden Sie nach der Krise anders machen?

Lothar Schmidt: Wir werden generell die Hygienemaßnahmen auf einem hohen Niveau beibehalten.

WatchPro Deutschland: Gibt es etwas, was Sie trotz allem positiv in die Zukunft blicken lässt?

Lothar Schmidt: Nach jedem Abschwung kommt ein Aufschwung.

 

Tags : CoronaLothar SchmidtShutdownsinnSpezialuhren
Antje Heepmann

The author Antje Heepmann

Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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