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Die MCH Group hat WatchPro einige weiterführende Informationen zur Zukunft der Baselworld zukommen lassen – beziehungsweise zu deren Ende.

Laut letzter offizieller Mitteilung haben sich die Messeverantwortlichen und die Aussteller in Bezug auf die Abrechnung der abgesagten Baselworld 2020 geeinigt. Auch der Termin vom 28. Januar bis zum 2. Februar 2021 wurde vergangene Woche abgesagt.

„Gemeinsam mit dem Comité des Exposants suisses ist eine einvernehmliche Lösung erarbeitet worden, die vom Comité Consultatif einstimmig gutgeheissen worden ist und auch von weiteren Industrieverbänden unterstützt wird“, heißt in der Mitteilung.

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„Ich schätze die konstruktive Haltung der Vertreter der MCH Group, die es uns ermöglicht hat, eine ausgewogene Lösung zu finden“, sagt Hubert J. du Plessix, Président du Comité des Exposants suisses. „Ich möchte auch Patek Philippe, Rolex, Tudor, Chanel, Chopard, Hublot, Zenith und Tag Heuer danken, die im Geiste der Solidarität mit der gesamten Branche einer geringeren Rückerstattung zugestimmt haben, damit die anderen Aussteller von besseren Bedingungen profitieren können.”

„Wir sind intensiv daran, zusammen mit den Ausstellern und Besuchern die Bedürfnisse und Möglichkeiten neuer Plattformen abzuklären und zu diskutieren”, so Michel Loris-Melikoff, Managing Director der Baselworld. „Wir werden bis im Sommer über mögliche Folgeformate entscheiden und dann über das neue Konzept und die Terminplanung informieren.“

Nun hat WatchPro einige neue beziehungsweise konkretisierte Informationen von der MCH Group erhalten:

  • Zwei Drittel der bereits geleisteten Zahlungen für die ausgefallene Baselworld 2020 erhalten die Aussteller erstattet, das letzte Drittel wird für bereits enstandene Kosten verwendet.
  • Die großen Marken, die nun nach Genf abwandern, um dort entweder im Rahmen der Watches & Wonders auszustellen oder um einen neuen Event ins Leben zu rufen, beteiligen sich jedoch stärker an den Kosten, um kleiner und mittlerer Unternehmen sowie die Messe zu entlasten.
  • Die Aussteller haben bis zum 31. Mai Zeit, eine Erstattung zu beantragen. Diese Beträge werden den Ausstellern dann innerhalb von sieben bis zehn Werktagen nach Aufforderung ausgezahlt.
  • Es wird keine Übertragung bereits geleisteter Zahlungen auf eine etwaige Messe der MCH Group im kommenden Jahr geben.
  • Der Name Baselworld wird gestrichen.

Letzteres bedeutet nicht, dass es gar keine Messe im Bereich Uhren und Schmuck in Basel geben wird, so die Information der MCH Group.

„Michel Loris-Melikoff ist bereit und motiviert mit seinem Team, ein neues Format zu erstellen, wobei Hunderte (rund 600) Aussteller aus den drei Branchen umfassend konsultiert werden. Derzeit wird eine Umfrage durchgeführt, um die Bedürfnisse und Wünsche zu ermitteln.“

Dabei betont die Messe ausdrücklich: „Es gibt keine Garantie, dass die MCH ein weiteres neues Format durchführen wird.“

Wenn ja, dann wird es etwas für kleinere und mittlere Unternehmen werden. Das würde bedeutet, dass es dann wahrscheinlich ein „einfacheres, zugänglicheres, freundlicheres, moderneres und vernetzteres Konzept“ sein könnte, „ähnlich der Art Basel“.

Genaueres über einen möglichen Termin oder die thematische Schwerpunktsetzung ist bislang nicht zu erfahren: „Es ist noch zu früh, um über 2021 oder 2022 zu sprechen“, so Michel Loris-Melikoff.

„Das Ziel unserer laufenden Experteninterviews mit anschließender Umfrage ist es, ein neues Produkt zu entwerfen, das den Bedürfnissen unserer Aussteller, Besucher, Käufer und Journalisten gerecht wird. (…) Wir hoffen, es spätestens Ende Juni vorlegen zu können.“

Dass die Probleme der Baselworld bereits seit längerem bestehen, bestreitet Melikoff nicht, und betont zugleich, dass die Corona-Krise „ein Beschleuniger der Baselworld-Transformation“ ist. „Vor allem in der Veranstaltungsbranche waren wir unter den Ersten, die mit den harten Auswirkungen der Pandemie konfrontiert waren, und wir werden wahrscheinlich die Letzten sein, die sich davon erholen werden.“

„Wenn Sie mich fragen, wie sehr das Coronavirus die jüngste Situation beeinflusst hat, würde ich sagen, dass der Wandel, den ich erst vor anderthalb Jahren begonnen habe, vielleicht schon vor fünf Jahren hätte beginnen sollen. (…) Die Pandemie hat die Richtung, die wir eingeschlagen haben, unerwartet beeinflusst.“

Tags : baselworldCoronaLoris-Melikoff
Antje Heepmann

The author Antje Heepmann

Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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