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Der Rosenkrieg zwischen LVMH und Tiffany geht in die nächste Runde

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LVMH hat gestern seine Gegenklage gegen Tiffany beim Delaware Chancery Court eingereicht. In einer Mitteilung dazu betont der Luxusgüterkonzern erneut, dass man weiterhin davon überzeugt sei, dass die für den Abschluss der Übernahme von Tiffany erforderlichen Bedingungen nicht erfüllt und die von Tiffany vorgebrachten Anschuldigungen völlig unbegründet seien.

Vor wenigen Tagen erst hatte Tiffany LVMH verklagt, um die 16,2 Milliarden US-Dollar teure Übernahme gerichtlich durchzusetzen.

LVMH wirft dem US-Juwelier in der Gegenklage unter anderem Missmanagement während der Corona-Pandemie vor.

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Zum Beispiel hätte Tiffany noch während der Krise die höchstmöglichen Dividenden gezahlt. „Kein anderes Luxusunternehmen der Welt hat dies in dieser Krise getan“, teilt LVMH mit. Als weitere Belege für Missmanagement nennt der Konzern die Kürzung von Kapital- und Marketinginvestitionen sowie die Aufnahme zusätzlicher Schulden.

In der Konseuqent hätte sich das Tiffany-Geschäft so nachteilig verändert, dass eine Standardklausel in den Fusionsvereinbarungen greife, die es dem Käufer erlaube, sich aus der Transaktion zurückzuziehen.

LVMH prophezeit darüber hinaus, dass Tiffany aufgrund seiner Abhängigkeit vom US-Markt und der Laufkundschaft noch stärker von der aktuellen Krisen betroffen sei als andere Luxusgüterbranchen.

Um den Deal endgültig platzen zu lassen, so Rechtsexperten, müsse das Unternhemen nun nachweisen, dass Tiffany im Verlgeich zu anderen Unternehmen eine besonders schlechte Geschäftsentwicklung aufweise.

LVMH verweist zudem auf ein Schreiben vom französischen Außenministerium, indem man dazu aufgefordert worden sei, die Übernahme bis nach den 6. Januar 2021 zu verschieben. Als Grund werde eine Androhung der USA, auf Produkte aus Frankreich zusätzliche Zölle zu erheben genannt. Die Übernahmefrist endet jedoch schon am 24. November 2020.

Der Konzern betont außerdem, trotz allem seinen Verpflichtungen aus dem Fusionsvertrag vollständig nachgekommen zu sein, inkuisve der Beantragung der zehn kartellrechlichen Genehmigungen, von denen acht bereits genehmigt worden seien.

Laut Fusionsvertrag kann Tiffany übrigens gegen die Zahlung von 575 Millionen US-$ aus dem Deal aussteigen, für LVMH gibt es eine derartige Ausstiegsklausel nicht.

Tags : Coronalvmhtiffany
Antje Heepmann

The author Antje Heepmann

Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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