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Der Prozess zur Übernahme von Tiffany durch LVMH findet erst Anfang 2021 statt

Tiffany

Damit hat sich das Thema des größten Deals in der Geschichte der Luxusgüterbranche für diese Jahr erledigt.

Ein Abschluss des Ende vergangenen Jahres beschlossenen Deals war im Verlauf der Corona-Krise mehr als fraglich geworden.

Eigentlich sollte der Deal laut Vetrag in Höhe von 16,2 Milliarden US-$ am 24. August 2020 über die Bühne gehen. Allerdings wurde auch vereinbart, dass eine der Parteien diese Frist bis zum 24. November verschieben könne. Tiffany nutzte diese Option.

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Anfang September hatte Tiffany dann Klage vor dem Court of Chancery des Bundesstaates Delaware gegen LVMH eingereicht und dem Konzern unter anderem vorgeworfen, das Verfahren der erforderlichen behördlichen Genehmigungen zu verzögern und eine Aufforderungen des französischen Außenministerums vorgeschoben zu haben, in dem LVMH dazu aufgefordert werde, die Transaktion bis nach den 6. Januar 2021 zu verschieben.

Roger N. Farah, Vorsitzender des Tiffany-Verwaltungsrates, sagte dazu: „Wir glauben, dass LVMH versuchen wird, alle verfügbaren Mittel einzusetzen, um den Abschluss der Transaktion zu vereinbarten Bedingungen zu vermeiden.“

LVMH reagierte darauf mit einer Gegenklage und warf Tiffany Missmanagement vor.

Letzten Freitag nun teilte der Konzern mit, dass man die von Tiffany angemahnte kartellrechtliche Erlaubnis für den Kauf der US-Edeljuwelierkette Tiffany bei der Europäischen Kommission beantragt habe und mit einer Zusage vor dem 24. November rechnen würde. Dasselbe gelte für Taiwans Behörden, die ebenfalls noch grünes Licht geben müssen.

Nun macht das Gericht im US-Bundesstaat Delaware, bei dem Tiffany Klage eingereicht hatte, einen Strich durch den Zeitplan, indem es den Prozessbeginn auf den 5. Januar festgelegt hat.

Tiffany hatte das Gericht um einen Termin Mitte November gebeten, um vor Fristende für die Übernahme am 24. November ein Urteil zu bekommen. Die US-Juwelierkette begründete dies damit, dass eine Verzögerung bis zum Frühjahr für Mitarbeiter und die Fortführung des Geschäfts eine große Unsicherheit bedeuten würden. Denn Tiffany darf bis zum Abschluss des Deals keine Investitionen tätigen, es ist kein Budget für das kommende Jahr vorgesehen, das Einstellen und Entlassen von Mitarbeitern ist eingeschränkt und es können keine wichtigen Verträge wie die Anmietung von Läden ohne die Zustimmung von LVMH abgeschlossen werden.

„Ein Prozess am 5. Januar 2021 wird hoffentlich zu einer Entscheidung führen, bevor die Kartellfreigabe der USA am 3. Februar ausläuft, und uns in die Lage versetzen, unser Unternehmen und unsere Aktionäre zu schützen“, so Roger Farah.

LVMH äußerste sich gestern Abend in einer Pressemitteilung zu der neuen Entwicklung:

„LVMH nimmt die Entscheidung des Delaware Court of Chancery zur Kenntnis, wonach der Prozess im Januar 2021 und nicht vor dem von Tiffany geforderten externen Datum am 24. November 2020 beginnen sollte. LVMH ist sehr zuversichtlich, Tiffanys Anschuldigungen widerlegen und den Gerichtshof davon überzeugen zu können, dass die für die Übernahme von Tiffany erforderlichen Bedingungen nicht mehr gegeben seien. In diesem Zusammenhang wird LVMH in den kommenden Monaten dem amerikanischen Justizsystem zeigen, dass das Missmanagement von Tiffany während der COVID-19-Krise einen wesentlichen nachteiligen Effekt darstellt.“

LVMH argumentiert nach wie vor mit einem möglichen Handelkonflikt zwischen den USA und Frankreich und dass die angeblich schwache Geschäftsentwicklung bei Tiffany einen Rückzug erlaube.

 

Tags : Coronalvmhtiffany
Antje Heepmann

The author Antje Heepmann

Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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