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Der BV Schmuck + Uhren legt Wirtschaftsbericht 2019 vor und rät für 2020 zur Besonnenheit

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Laut Wirtschaftsbericht des Bundesverbandes Schmuck und Uhren (BVSU), der anlässlich der Hauptpressekonferenz der Inhorgenta Munich vorgelegt wurde, hätten Handelsstreitigkeiten, der Brexit und die Abschwächung der Binnenkonjunktur in der Schmuck- und Uhrenbranche zwar ihre Spuren hinterlassen, jedoch ohne nachhaltigen Schaden zu hinterlassen.

China und Hong Kong sind die Sorgenkinder des Exports

Die Weltkonjunktur wächst so langsam wie seit zehn Jahren nicht mehr, der Brexit wird die Handelsströme neu ordnen, die chinesische Wirtschaft wächst sogar so langsam wie seit 20 Jahren nicht mehr und die gesellschaftspolitischen Unruhen in Hongkong halten an.

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Vor allem die letzteren beiden Punkte wirken sich auf die hiesige Uhrenindustrie aus. „Der Uhrenexport von Deutschland und der Schweiz nach Hong Kong und China ist massiv eingebrochen, auch im Bereich Schmuck waren die Auswirkungen deutlich. (…) Seit Beginn des Jahres 2020 kommen nun noch die teilweise verheerenden Auswirkungen des Corona-Virus hinzu“, heißt es in der Pressemitteilung des BSVU.

Angesichts eines deutlich reduzierten und durcheinander gewirbelten Messekalenders 2020 freut sich Dr. Guido Grohmann, Hauptgeschäftsführer beim Bundesverbandes Schmuck + Uhren, über die regulär stattgefundene Inhorgenta:

„Es ist selbstverständlich, dass die noch nicht absehbaren Auswirkungen des Corona-Virus auch die Teilnehmer unserer Branche nervös machen. Umso größer wird für unsere deutschen Firmen die sowieso schon große Bedeutung der Inhorgenta Munich, auf der Hersteller und Fachhändler schon in den nächsten Tagen die Weichen stellen können für einen erfolgreichen Start in das Jahr 2020. Mit Blick auf 2019 können wir attestieren, dass wir aller negativen Trends zum Trotz sehr gut gearbeitet haben“, sagte er zum Start des Münchner Branchentreffpunkts.

Uhren verlieren im Geschäftsjahr 2019

Nach dem bisher vorliegenden Zahlenmaterial erzielten die in 2019 von 16 auf 14 zurückgegangenen deutschen Uhrenhersteller mit mehr als 50 Beschäftigten (nur diese werden zunächst vom Statistischen Bundesamt erfasst) in den ersten elf Monaten mit ca. 348 Millionen € einen um 7,2 Prozent geschrumpften Umsatz im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum 2018.

Ebenso sank die Zahl der Beschäftigten von 2.741 in den zuvor 16 Unternehmen auf 2.358 bei den nun 14 deutschen Uhrenherstellern. Auch der Export blieb mit zirka 1,38 Milliarden € um 8,7 Prozent hinter den Zahlen von November 2018 zurück. Bei letzterem Wert ist zu berücksichtigen, dass sämtliche Betriebe der Branche unabhängig von ihrer Größe erfasst werden, wenn sie eine jährliche Berichtsgrenze von 500.000 € übersteigen.

Die auf 27 gestiegenen Produzenten von Schmuck, Gold- und Silberschmiedewaren mit mehr als 50 Beschäftigten verzeichneten hingegen von Januar bis November 2019 mit zirks 427 Millionen € eine Umsatzsteigerung von rund 15 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Inhorgenta ist die wichtigste Messe für deutsche Uhren- und Schmuckunternehmen

Die Messen im In- und Ausland sind für die Mitgliedsunternehmen des Verbands trotz aller Unkenrufe unverändert wichtige Marketing- und Kommunikationsplattformen. Nach der jüngsten Umfrage wurde folgende Platzierungen vergeben: 1. Rang Inhorgenta Munich (Vorjahr Rang 2), 2. Rang Vicenza Oro Januar (Vorjahr Rang 1), 3. Rang Hong Kong März, 4. Rang Hong Kong September. Die ehemalige Leitmesse Baselworld rutscht im Mitgliederranking auf den 5. Platz ab.

Gute Jahresend-Rallye im deutschen Fachhandel

Unabhängig von den weltweit verursachten Sorgen belegen auch die Zahlen aus dem Fachhandel, dass insbesondere das letzte Quartal des Jahres 2019 sehr gut abgeschnitten hat. BVSU-Präsident Uwe Staib erläutert:

„Nach einigen Höhen und Tiefen im Verlauf des Jahres hat der Umsatz im Fachhandel und auch Online im letzten Quartal ein richtig gutes Ergebnis geliefert. Die Zahlen unser Partner des Handelsverbandes Juweliere (BVJ) sprechen eine deutliche Sprache und belegen die Eindrücke, die wir deutschen Hersteller im Jahresendgeschäft gewinnen konnten.“ Insgesamt stieg der Umsatz des deutschen Handels in 2019 laut BVJ um 3,9 Prozent auf 3,53 Milliarden €.

Tags : BV Schmuck + UhrenBVSUGrohmannStaibVerband
Antje Heepmann

The author Antje Heepmann

Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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