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Der britische Uhrenhändler Watches of Switzerland hat Expansions-Pläne für die EU

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Der börsenkotierte britische Uhrenhändler Watches of Switzerland Group WoSG, meldet angesichts der weltweiten Pandemie und monatelang geschlossener Geschäfte ein überraschendes Umsatzwachstum in Höhe von 13,3 Prozent für das zurückliegende, im Mai geendete Geschäftsjahr auf 905,1 Millioenen GBP.

Mit 606 Millionen GBP entfallen rund zwei Drittel des Umsatzes auf Großbritannien, das übrige Drittel erwirtschafte das Unternehmen in den USA. Dort hatte WoSG im letzten Jahr die amerikanische Online-Plattform Analog Shift gekauft, einen kleinen aber feinen Secondhand-Spezialisten.

Lesen Sie hier den vollständigen Bericht zu den Finanzergebnissen der Gruppe (Englisch).

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Auch der Aktienkurs entwickelt sich nach oben und ist seit dem ersten Lockdown im März 2020 von 179 auf aktuell etwa 840 GBp gestiegen. Der Konzern hat somit einen Wert von über zwei Milliarden Pfund.

Fünfjahresplan sieht Expansion der Europäischen Union vor

Begleitend zum Gesamtjahresfinanzbericht 2021 stellte WoSG auch einen Fünfjahresplan vor, der Akquisitionen in Ländern der Europäischen Union sowie die Eröffnung von Monobrand-Boutiquen, weiteres Wachstum im Reiseeinzelhandel, E-Commerce und nicht näher bezeichnete „Neuentwicklungen“ vorsieht.

Der Fünfjahresplan prognostiziert, dass der britische Markt für Luxusuhren im Einzelhandel – heute rund 1,3 Milliarden GBP wert – um acht bis zehn Prozent pro Jahr wachsen wird, und dass WoSG den Markt um zwei Prozent pro Jahr übertreffen werde.

In den Vereinigten Staaten, wo die Gruppe das Mayors-Juweliernetzwerk in Florida zusammen mit Multibrands und Monobrands in Las Vegas, New York und Boston besitzt, prognostiziert WoSG bis 2026 ein weitaus größeres Wachstum.

Als WoSG 2017 mit der Übernahme von Mayors in den US-Markt einstieg, sagte Brian Duffy (Chef von WoSG), dass dort ein enormes Potenzial bestünde. Das sieht er auch vier Jahre später immer noch und betont, dass der US-Markt für Luxusuhren fragmentiert und unterinvestiert sei. Aus diesem Grund glaubt er, dass er in den nächsten fünf Jahren ein jährliches Wachstum von 25 Prozent über dem großen Teich erreichen wird.

Die genaue Vorhersage eines Fünfjahresplans in der Europäischen Union – konkreter in Deutschland und Frankreich – ist natürlich spekulativer, aber das Unternehmen geht davon aus, dass es bis zum Geschäftsjahr 2026 zwischen fünf und acht Prozent zum Konzernumsatzes beitragen wird. Das könnten rund 150 Millionen GBP sein.

Touristen trugen im Geschäftsjahr 2020 (endete Mai 2020) mit 27,5 Prozent zum Gruppenumsatzes bei, aber dieser sank im von der Pandemie betroffenen Jahr auf nur sechs Prozent.

In ihrem Fünfjahresplan erwartet die Gruppe keine signifikante Erholung der internationalen Tourismusausgaben in Großbritannien, und geht davon aus, dass die Umsätze mit inländischen Kunden (UK, USA, EU) im Geschäftsjahr 2026 voraussichtlich etwa 92 Prozent des Konzernumsatzes ausmachen werden.

Zu den Ergebnissen des Geschäftsjahres 21 und dem Fünfjahresplan sagt Brian Duffy (Bild ganz oben):

„Seit 2014 haben wir eine nachhaltige Erfolgsbilanz mit starkem, profitablem Wachstum erzielt und unsere Position als führender Luxusuhrenhändler in Großbritannien gefestigt.

Wir haben unsere langjährigen Partnerschaften mit den renommiertesten Luxusuhrenmarken weiterentwickelt, in unsere Geschäfte sowie in führende Systeme und Technologien investiert und gleichzeitig unseren mutigen, wirkungsvollen und digital geführten Marketingansatz weiter verbessert. Durch gezielte Investitionen haben wir uns zu einem modernen, digital fortschrittlichen Multi-Channel-Händler entwickelt, und seit unserem Markteintritt Ende 2017 in den USA eine herausragende Dynamik erreicht.

Mit Blick auf die Zukunft freuen wir uns, die bedeutende Gelegenheit zur Beschleunigung unserer Strategie zu nutzen. Der britische Markt für Luxusuhren wächst weiter, und wir bauen unsere führende Position weiter aus.

Darüber hinaus planen wir, durch weitere geografische Diversifikation zu wachsen, klarer Marktführer im US-Markt zu werden und mit dem gezielten Roll-out unseres bewährten Modells eine Präsenz in der EU aufzubauen.

Unsere Wachstumsprognosen spiegeln unsere optimistische Einschätzung des zukünftigen Angebots wider, basierend auf unseren bisherigen Erfahrungen mit Investitionen und Expansion. Die Fähigkeit, in unserer Kategorie zu wachsen, wird teilweise durch das begrenzte Angebot an Schlüsselmarken bestimmt und ist daher nicht garantiert.“

Kommentar

Mittelständische Juweliere und größere Filialisten – allen voran Rolex-Händler – sollten wachsam sein. Brian Duffy hat in den USA bewiesen, dass es WoSG ernst meint und keine Kosten und Mühen scheut, wenn ein neuer Markt erobert werden soll.

Mit einer durch Börsennotierungen und steigenden Umsätzen und Gewinnen gestützten Bilanz ist die Gruppe nun bereit, sich in Europa einzukaufen und dann einen Verkaufs- und Marketingoffensive zu starten, der manchen, sich sicher fühlenden Rolex-Händler schockieren und vielleicht sogar überwältigen könnte.

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