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Das Uhrenjahr 2020 bietet vielfältiges, ausdrucksstarkes Design für den Mann

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Gentleman, Abenteurer oder Sportler? Die neuen Uhren stellen Männern die Frage: Wer will ich heute sein – und bieten in großer Vielfalt ausdrucksstarke Designs für die verschiedensten Typen.

Schlichte Eleganz

Dress-Watches bleiben und sichern sich vor allem im Businessstyle einen festen Platz am Handgelenk. Ihre Vorzüge entfalten sie insbesondere bei Sakkos und Hemden: Sie sind flach und rutschen damit gekonnt unter lange Ärmel. Sie haben kleine bis moderate Durchmesser, wobei 40-Millimeter-Größen besonders beliebt sind. Sie zeichnen sich durch klare Linien und ein aufgeräumtes, schlichtes Zifferblatt aus.

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Mechanische Uhren vermitteln Beständigkeit und verzichten in der Regel auf Zusatzfunktionen, da das flache Gehäuse kaum Platz für Features lässt. Der Eleganz und klassischen Ausstrahlung steht dieser Minimalismus gut. Akzente werden durch kleine Details wie Zeigerform und -farbe, Art der Indexe und eine dezente Zifferblattgestaltung gesetzt. Ein edles Lederband unterstreicht den Look.

“max bill Automatic” von Junghans,

Retro trifft Heritage

Sowohl mit der Neuauflage von Klassikern – dem Heritagetrend – als auch mit Uhren im Look vergangener Zeiten – dem Retrodesign – bedienen Uhrenmarken die Sehnsucht nach bleibenden Werten. Während Heritage-Modelle oft gediegen und traditionsbewusst erscheinen, verströmen viele Retrouhren einen Hauch Abenteuer, zum Teil gepaart mit Steampunkelementen (zum Beispiel große Schrauben).

Material der Wahl für einen gelungenen Retrolook ist Bronze, kombiniert mit Zifferblättern in oliv, braun oder creme. Lederarmbänder in mattem Rauleder oder Textilbänder im Usedlook betonen den markanten maskulinen Auftritt. Vermischen sich die Trends, ergeben sich spannende Kombinationen mit Herrenclubcharme.

Die Rückbesinnung auf frühere Designs und Designelemente findet sich auch im Sport-bereich. Taucheruhren und Uhrenmodelle aus dem Rennsport erscheinen im Outfit der 1970er und 80er Jahre. Chronographen in eckigen und Kissenformen erinnern an glamouröse Momente auf der Piste.

„Autavia“ von TAG Heuer.

Bronze und Bicolor

Uhren aus Bronze sind etabliert, aber noch immer ein außergewöhnlicher Eyecatcher. Um Hautreaktionen zu vermeiden und um spannende Optiken zu schaffen, wird das Material mit der lebendigen Patina immer mehr mit allergie- und reaktionsfreien Materialien wie Edelstahl kombiniert. Das Zweitmetall versteckt sich nicht mehr nur auf der Uhrenrückseite, sondern wird als Akzent und zweite Farbe sichtbar gemacht. Auch im klassischen Farbmix von Gelb- und Roségold mit Stahl findet der Bicolorlook verstärkt Eingang in die Kollektionen.

Karbon ist weiterhin ein Thema und wird zum Teil sogar farbig, innovative und außergewöhnliche Materialien wie Tantal und Meteoritgestein setzen Highlights. Spitzenreiter bleibt Edelstahl, doch auch Gold kann seinen Platz behaupten.

„DEFY 21 Carl Cox“ von Zenith.

Mit Ecken und Kanten

Dem Retrotrend geschuldet, aber nicht zwangsweise mit ihm verbunden, ist das vermehrte Auftreten kissenförmiger Gehäuse. Die vergrößerte Auflagenfläche sorgt für einen angenehmen Tragekomfort und verändert den Look der weiterhin runden Zifferblattform. Eine Steigerung sind rechteckige beziehungsweise quadratische Gehäuse, die derzeit aber noch im Hintergrund rangieren.

Bei den runden Gehäusen, die das Angebot weiterhin bestimmen, gewinnen kleinere Durchmesser von 40 Millimetern an Beliebtheit. Diese Größe ist nicht nur bei den eleganten Dress-Watches präsent, sondern findet sich auch bei den Heritage- und Retrouhren, da deren historische Vorbilder in der Regel kleiner Abmaße haben.

„Streamliner Flyback Chronograph Automatic“ von Moser & Cie.

Farbvielfalt auf dem Zifferblatt

Die Vorherrschaft neutraler Farben wie Schwarz, Weiß, Silber und verstärkt auch Grau bleibt ungebrochen, doch farbige Zifferblätter erfreuen sich wachsender Beliebtheit und haben ihren festen Platz in den Kollektionen. Sie verleihen der Uhr einen modischen Touch und inspirieren zu Neukäufen passend zum Outfit. Blau bleibt stark und hat das Potenzial zum neuen Klassiker. Die Pantone-Trendfarbe „Classic Blue“ befeuert dabei den seit einigen Jahren zunehmenden Trend.

Grün wächst und entwickelt sich hin zu gedeckten Military-Grüntönen wie Oliv und Khaki. Diese Nuancen sind – ebenso wie Braun und Creme – vor allem, aber nicht nur, bei Uhren im Retrodesign zu finden. Eleganter Eyecatcher sind lachsfarbene Zifferblätter, die durch Farbe, aber auch bestimmte Roségoldlegierungen hervorgerufen werden.

„BR V2-92 Military Green“ von Bell & Ross.

Leuchtende Farbverläufe

Als würden sie von innen leuchten – Zifferblätter mit Farbverlauf faszinieren durch eine besondere Leuchtkraft, die durch den Effekt des dunkler werdenden Farbspektrums von innen nach außen hervorgerufen wird. Dieser oft nahtlose und für den Betrachter nicht immer gleich offensichtliche Farbtrick wird je nach Hersteller als Gradient Dial, Smoke oder Fumé bezeichnet. Trendtipp: Wer in dieser Saison in eine Uhr mit blauem Zifferblatt investiert, sollte zu einem Modell mit Farbverlauf greifen. Dieses verleiht dem inzwischen etablierten Klassiker einen neuen Twist.

„Discovery Gent Bronze“ von Ebel.

Ton in Ton

Armband, Zifferblatt und oft noch Lünette oder Gehäuse in einer einheitlichen Farbe – der Ton-in-Ton-Trend ist bei schwarzen Uhren weiterhin stark präsent, findet sich aber auch verstärkt bei blauen Modellen wieder. Während All-black durch die Einbeziehung von Zeigern und Indexen der Coolness wegen schnell in einem echten Komplettlook gipfelt und damit auf Kosten der Ablesbarkeit geht, gibt sich All-blue kompromissbereiter und lässt silberne oder weiße Akzente zu. Die Wirkungen sind verschieden: Blau geht eher mit einem sportlichen Erscheinungsbild einher, Schwarz ist bevorzugtes Designstatement und folgt damit der Mode, in der ein Outfit ganz in Schwarz für Extravaganz und Eleganz steht.

„Big Bang Integral“ von Hublot.

Sportlichkeit trifft Eleganz

Wer auf einen sportlichen Look setzt, aber keine Sportuhr tragen möchte, setzt auf Chronographen aus Edelstahl. Natoarmbänder bleiben und wirken lässig und unkompliziert. Wechselarmbänder verwandeln Uhren in Tag- und Nachtlieblinge und machen den Wechsel vom Business- zum Casualstyle leicht. Für Eleganz und Leichtigkeit sorgen Mesharmbänder, die nach wie vor gefragt sind.

„Speedmaster Moonwatch 321″ von Omega.

Innere Werte

Die Zurückhaltung, die mechanische Dress-Watches in Sachen Funktion zugunsten des flachen Gehäuses auferlegt bekommen, wird an anderer Stelle ausgelebt. Skelettierte Uhren mit Kompletteinsichten und solche, die nur den Tourbillon offenlegen, lassen die Herzen von Technikliebhabern höherschlagen. Die Begeisterung für das filigrane und diffizile Uhrmacherhandwerk darf in kunstvoll gestalteten Modellen gezeigt und entfaltet werden. Von elegant bis sportlich markant – Uhren mit Einblick sind in nahezu allen Kategorien zu finden.

„Classic Automatik Squelette 24 H“ von Michel Herbelin.

Grün – nicht nur als Farbe

Nachhaltigkeit wird auch bei den Uhren stärker in den Fokus gerückt. Sei es der Einsatz recycelter Materialien, die Verwendung naturgegerbten Leders oder alternativer, nicht-tierischer Stoffe oder die Unterstützung von Organisationen, die sich dem Wohl der Umwelt widmen – was für Mode schon längst ein Dauerthema und im Schmuck verstärkt wahrgenommen wird, kommt nun auch vermehrt bei den Uhren zum Tragen. Die Marken zeigen, dass sie ihrer Verantwortung nachkommen und kommunizieren dies.

„Maximilian Sandelholz“ von Kerbholz.

 

 

Tags : BVTRENDSUhrentrendsVerband
Antje Heepmann

The author Antje Heepmann

Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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