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Corona stellt den Luxusmarkt auf die Probe: „Es wird ein Moment der Wahrheit sein.“

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Yves Hanania, Gründer der der auf Markenstrategie und -entwicklung spezialisierten Beratungsfirma Lighthouse, rät den Markenverantwortlichen, sich selbst und die eigenen Werte angesichts der Corona-Krise vorsorglich selbst zu hinterfragen. Denn der Konsument wird dies in jedem Fall tun, wie in jeder Krise. Es ist ein Moment der Wahrheit.

In Zeiten wie diesen ist Mensch aufmerksamer gegenüber seiner Umwelt und wesentlich sensibler bezüglich Authentizität: Wem kann ich wirklich vertrauen, wenn es darauf ankommt?

Wenn Marken ihre eigene Marken-DNA jetzt auf den Prüfstand stellen und nachjustieren, haben sie gute Chancen, die Krise nicht nur zu überstehen, sondern langfristig sogar gestärkt aus ihr hervorzugehen.

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Die internationale Unternehmensberatung Bain hat prognostizert, dass durch COVID-19 „der Umsatz in diesem Jahr um bis zu 35 Prozent sinken könnte, Unternehmen jedoch stärker, innovativer und zielgerichteter aus der Krise hervorgehen können”.

Im Interview WatchPro erläutert Yves Hanania (Gründer des auf Markenstrategie spezialisierten Beratungsunternehmens Lighthouse und Hauptautor des Buches „Le luxe demain. Les nouvelles règles du jeu“), wie dieser Weg aussehen kann.

WatchPro: Wie verändert Corona den globalen Luxusmarkt?

Yves Hanania: Der Luxusmarkt hat sich bereits in mehrfacher Hinsicht verändert. Entscheidend ist, wie Marken auf diese Krise reagieren. Und zwar nicht nur, indem sie Gutes tun – wie sie es bereits tun: Masken verschenken, Desinfektionsmittel herstellen und Geld spenden –, sondern auch, indem sie ihre Unternehmenskultur und die damit verbundenen Werte in Frage stellen.

Die Eine-Millionen-Dollar-Frage lautet: Wird es ein Vorher und Nachher geben? Und wenn ja, wie wird dieses aussehen?

In Krisen wird immer gefordert, dass sich alles ändern muss. Es gibt tatsächlich zahlreiche Trends, die sich beschleunigen werden. Trends, die wir in unserem Buch „Le Luxe demain“ analysiert haben. Dazu gehört das beispiellose Engagement des Luxussektors und insbesondere großer Gruppen wie Kering und LVMH im Bereich Nachhaltigkeit. Diese Krise wird genau diesen Trend beschleunigen und Marken forcieren, die sich der Nachhaltigkeit annehmen.

Das gilt auch für die Entwicklung von Marken-Ökosystemen, in denen Marken nicht nur in anderen Produktarten, sondern auch in Dienstleistungen und Erfahrungen diversifizieren, um immer größere Communitys anzusprechen.

Marken werden ein „Rendez-Vous“ haben, das man sich nicht entgehen lassen sollte, denn es wird ein Moment der Wahrheit sein. Marken haben im Laufe der Jahre Versprechen und vor allem Markenzwecke auf der Grundlage ihrer DNA und ihrer Geschichte kreiert. Diese werden durch eine solche Krise auf die Probe gestellt. Und wir werden sehen, wie sie damit umgehen werden.

Das ganze Interview lesen Sie in der Mai-Ausgabe von WatchPro Deutschland.

Tags : CoronaHananialighthouse
Antje Heepmann

The author Antje Heepmann

Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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