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Chrono24 sieht keinen generellen Preisverfall im Luxusuhrenmarkt

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Rabatte, Streichpreise, Gutscheine, sinkende Preise – die Onlineplattformen für Luxusuhren scheinen um die Kunden zu buhlen.

Und die Investmentbank Morgan Stanley berichtete kürzlich, dass die Phase beispielloser Preissteigerungen für Luxusuhren auf dem Zweitmarkt Ende des ersten Quartals 2022 zum Stillstand kam und sich die Preisentwicklung im zweiten Quartal für viele angesagte Modelle ins Gegenteil verkehrt habe.

Ist die Dynamik des Sekundärmarktes, dem doch noch so viel Großes vorhergesagt wurde, schon vorbei?

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Nein, sagt Chrono24. Der größte Marktplatz für Luxusuhren – aktuell werden mehr als 507.000 Uhren aus 129 Ländern angeboten – hat weltweit die Preisentwicklung und Trends analysiert und gibt Entwarnung.

„Crypto Meltdown Claims Rolex and Patek Philippe as Victims“ – der Einbruch bei Kryptowährungen habe Rolex und Patek Philippe als Opfer. So titelten die Finanzexperten von Bloomberg Anfang Juli diesen Jahres.

Diese Entwicklung bestätigt Chrono24: „Wir erleben im Augenblick eine Konsolidierung des Marktes – es gibt mehr Angebot, und damit sinken die Preise. Das über lange Zeit sehr limitierte Angebot an Unicorn- oder Trophy-Uhren wie der ‚Patek Philippe Nautilus 5711A‘ oder der ‚Rolex Daytona‘ ist mittlerweile deutlich größer, und damit werden die einzelnen Uhren günstiger.

Gleichzeitig verzeichnen wir allerdings im ersten Halbjahr auf Chrono24 eine deutliche Steigerung des Handelsvolumens von mehr als 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr, was sowohl aus bei einigen Modellen steigenden Preisen als auch aus zunehmenden Verkäufen resultiert”, analysiert Tim Stracke, Co-CEO von Chrono24.

“Die aktuelle Preisentwicklung gibt daher möglicherweise eine gute Einstiegschance in den Uhrenmarkt.“

Homogenere Preise innerhalb der Modellfamilien

Ein Ergebnis der Analyse des Marktplatzes ist, dass die erzielten Preise zwar in den letzten Wochen zurückgegangen sein, diese aber noch immer deutlich über dem Niveau der letzten Jahre liegen:

Wurde eine „Nautilus 5711A“ – Neupreis 35.000 US-$ – noch im ersten Quartal für bis zu 240.000 US-$ verkauft, betragen die aktuellen Preise etwa 190.000 US-$. Das ist mehr als das Fünffache des Listenpreises.

Damit bekommen die einzelnen Kollektionen auch wieder homogenere Preise, meint Tim Stracke: „In den letzten Monaten sind vor allem Preise für einzelne Modelle aus bestimmten Kollektionen extrem gestiegen, während sehr ähnliche Uhren – zum Beispiel die ‚Patek Philippe Nautilus 5712/1A‘ mit Mondphasenanzeige – im Vergleich deutlich weniger Wertzuwachs verzeichnen konnten. Insofern findet aktuell auch eine Anpassung und Homogenisierung der Preise innerhalb der Modellreihen statt.

Andere Marken verzeichnen deutliche Steigerungen

Die aus den letzten Monaten resultierende Verknappung von Trophy-Uhren wie der „Daytona“ oder „Submariner“ von Rolex, der „Nautilus“ von Patek Philippe oder der „Royal Oak“ von Audemars Piguet haben zudem bewirkt, das auch andere Hersteller plötzlich in den Fokus der Sammler getreten sind.

„Wir sehen anhand unserer Daten deutliche Preissprünge nach oben bei Uhren wie der ‚Girard-Perregaux Laureato‘. Die Nachfrage nach praktisch allen Modellen aus der ‚Omega Speedmaster‘-Kollektion ist deutlich gestiegen, ebenso wie die Verkaufspreise, was auch an dem enormen Publicity-Erfolg der ‚Moonswatch‘ – einer Kooperation von Swatch und Omega – liegt. Uhren von Cartier und Breitling sind ebenso deutlich im Preis und der Nachfrage gestiegen“, sagt Tim Stracke.

Ebenfalls gestiegen ist laut Chrono24 die Nachfrage nach kleineren, unabhängigen Marken wie H. Moser & Cie. oder Czapek & Cie.

Das Unternehmen zieht daher das Resümee: Das generelle Wachstum im Luxusuhrensegment ist demnach ungebrochen, für das zweite Halbjahr erwartet Chrono24 eine weitere Steigerung der Verkaufsquote.

(Chrono24 wird in Kürze eine detaillierte Studie auf der Basis der weltweiten Daten vorstellen.)

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Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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