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Brancheninterview: Willi Birk: „2020 war nicht frei von Lichtblicken und positiven Überraschungen.“

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Das Jahr 2020 sucht seinesgleichen. Die Corona-Pandemie hat die Welt und in Atem gehalten, und auch 2021 wird nicht minder herausfordernd werden.

Was hat 2020 für die Uhren- und Schmuckbranche bedeutet, was kommt 2021 auf sie zu? Willi Birk, CEO von Pointtec, hat Anfang Dezember im Gespräch mit WatchPro seine Gedanken dazu formuliert.

WatchPro: Wie hat 2020 die Uhrenbranche verändert? Wie hat sich Pointtec im Corona-Jahr verändert?

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Willi Birk: Unsere Erfahrung im Corona-Jahr 2020 war geprägt von der extremen Unsicherheit, die im Einzelhandel herrschte. Wir hatten im Frühjahr alle Hände voll zu tun, um für jeden Kunden die individuell richtige Lösung für die Probleme zu finden, die an uns herangetragen wurden. Ich bin mir sicher, dass 2020 die Uhrenhersteller und der Einzelhandel näher zusammengerückt sind. Aber auch die Digitalisierung haben wir natürlich um so stärker in den Fokus genommen.

WatchPro: Apropos Digitalisierung. Das war eines der großen Themen in 2020. Inwiefern auch für Pointtec?

Willi Birk: Viele der Modernisierungen, die wir vorgenommen haben, waren schon länger geplant und teilweise auch schon in der Umsetzung begriffen, als die Corona-Situation akut wurde.

Beispielsweise haben wir unser digitales Warenwirtschaftssystem auf den neusten Stand der Technik gebracht und mit einem Bestell-System für unsere Geschäftskunden verknüpft, sodass Uhren und Ersatzteile (mit Abbildung) nun sehr einfach online bei uns bestellt werden können, auch mit minimalem Verwaltungsaufwand unsererseits. Gleichzeitig erhalten unsere Geschäftskunden Einblick in Lagerbestände und Lieferzeiten.

Auch beim Marketing machen wir unseren Partnern mit Hilfe von digitalen Tools das Leben so leicht wie möglich, indem wir umfangreiches Material zur Verfügung stellen und diese Bibliotheken beständig weiter mit hochwertigen Inhalten füllen.

In der nicht allzu fernen Zukunft werden sich unsere Partner Vorlagen für fertige Online-Marketing-Kampagnen bei uns herunterladen können, die bereit zur individuellen Ausspielung sind – optimal, um lokale Käuferschichten zu erreichen. Gleichzeitig investieren wir stark selbst in Marketing – online wie offline –, um unsere Marken noch bekannter zu machen.

WatchPro: Welches werden Ihrer Meinung nach die großen Themen 2021 sein, für Pointtec, den Juwelier und für die gesamte Branche?

Willi Birk: Das Jahr 2021 wird davon geprägt sein, am Ball zu bleiben und fokussiert weiter zu optimieren.

Wir haben allerdings schon 2019 einen großen Schritt gemacht, als wir unseren langjährigen Produktionspartner in Ruhla akquiriert haben und nun über eine firmeneigene Fertigung verfügen – Stichwort vertikale Integration.

Wir werden zudem die durch die zuvor beschriebenen Optimierungen beim Verwaltungsaufwand frei werdenden Kapazitäten auf andere Felder lenken können, beispielsweise bei Service oder Kundenbetreuung. Auch weitere Optimierungen bei den Vertriebswegen werden bei uns 2021 ein Thema mit Priorität sein.

WatchPro: Warum kann und sollte man mit Optimismus auf das Uhrenjahr 2021 blicken, was können wir diesbezüglich von Pointtec erwarten?

Willi Birk: Auch 2020 war nicht frei von Lichtblicken und positiven Überraschungen. Beispielweise waren wir während der Sommer-Monate sehr zufrieden mit unseren Zahlen.

Auch Zeiten der Unsicherheit ändern nichts daran, dass sich Pointtec mit seinen Produkten in einem äußerst verkaufsfördernden Preisbereich bewegt, in dem die Konsum-Laune auch schnell wieder anzieht.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis der Zeppelin, Iron Annie und nun auch der Bauhaus-Uhren ist die große Stärke von Pointtec. Das wissen sowohl unsere Geschäfts- als auch die Endkunden zu schätzen.

Der wirtschaftliche Erfolg hat es uns ermöglicht, viele wichtige Investitionen nicht nur anzustoßen, sondern auch in der Krise ohne Abstriche durchzuziehen. Davon profitieren wir nun massiv und freuen uns auf 2021.

 

 

 

 

 

Tags : CoronaLockdownpointtecWilli Birk
Antje Heepmann

The author Antje Heepmann

Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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