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Bei Richemont werden Antworten auf Nachfolgefragen gesucht

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Wie die handelszeitung.ch berichtet, sind dem Richemont-Chef Johann Rupert die Turbulenzen der letzten Wochen rund um die Entmachtung seiner obersten Personalchefin Sophie Guieysse unangenehm.

Hintergund waren die steigenden Bezüge in der obersten Führungsriege, während gleichzeitig Gehälter gekürzt und Kurzarbeit angeordnet wurde und die Umsätze massiv einbrachen.

Johann Rupert wünscht sich, dass wieder mehr über die Uhren, den Schmuck und die Schreibgeräte des Luxuskonzerns geschrieben und gesprochen wird, so die handelszeitung.ch. Aktuell redet man aber eher über mögliche Nachfolger in Spitzenpositionen des Konzerns.

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Es geht unter anderem um nichts geringeres als um die Nachfolge des 70-Jährigen selbst. Denn mitten in der Krise wollen die Investoren rasch Klarheit darüber, wie es weitergehen soll. Denn Rupert hat zwar die Mehrheit der Stimmrechte, aber nicht die Mehrheit des Kapitals. Es geht aber nicht nur um seine Nachfolge als Präsident des Verwaltungsrates, sondern auch um die Frage des zukünftigen Konzernchefs. Denn laut Gerüchteküche könnte der Rücktritt von Jérôme Lambert als CEO bevorstehen. „Viele erwarten, dass Lambert geht”, sagte ein leitender Manager von Richemont zu misstweed.com.

Andere Stimmen sagen, dass Lambert nach Mailand zur „E-Commerce-Tochter Yoox Net-a-Porter (YNAP) verschoben werden“ soll, so die handelszeitung.ch. YNAP-Gründer Federico Marchetti hatte bereits im März bekanntgegegen, dass er seinen nächstes Jahr endenden Vertrag nicht verlängern werde. „Lambert wird wohl mit einem hübschen goldenen Fallschirm verabschiedet“, zitiert handelszeitung.ch einen Insider.

Die beiden Töchter von Rupert kommen als Nachfolgerinnen nicht in Frage und haben mit Richemont nichts zu tun. Sohn Anton Rupert hingegen ist seit 2017 Mitglied des Verwaltungsrates und war anderthalb Jahre Verwaltungsrat bei der Secondhand-Plattform Watchfinder, die Richemont vor zwei Jahren gekauft hatte. Auf der Website von Richemont heißt es über ihn: “Er bringt wertvolle Einblicke in das sich ändernde Konsumentenverhalten, das digitale Marketing und den E-Commerce. In den letzten acht Jahren pflegte er umfangreiche Kontakte zu allen Geschäftsbereichen der Gruppe.“

Dabei muss bedacht werden, dass Anton Rupert mitt 33 Jahren noch sehr jung ist. Und ausgemacht ist die Sache scheinbar noch längst nicht. So sagte ein Richemont-Manager zur Nachfolgefrage im Verwaltungsrat zum Branchenportal Miss Tweed: „Ich bin mir nicht sicher, dass es mit Anton so gut läuft wie erwartet. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob Anton wirklich dort sein will, wo er ist.“

Laut handelzeitung.ch sagte sogar ein Investor: „Anton hat nicht das Zeug zum Präsidenten. Zumindest noch nicht.“ Auf entsprechende Nachfrage während der Telefonkonferenz zum letzten Geschäftsjahr habe Johann Rupert zudem ungehalten reagiert: „Die Antwort ist, dass wir uns immer alles ständig anschauen. Punkt und Schluss.“

Bleibt außerdem noch der vermutlich bald vakante Posten des CEO. Als heißer Anwärter wird Cartier-Chef Cyrille Vigneron gehandelt.

Tags : cartierGuieysseLambertRichemontRupertVigneronwatchfinderYoox
Antje Heepmann

The author Antje Heepmann

Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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