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Baselworld prüft Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus

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In dieser Woche freut sich das Management der Baselworld vielleicht zum ersten Mal, dass es den Termin der diesjährigen Messe so weit nach hinten auf Ende April/Anfang Mai verlegt hat. Auch wenn die Freude sicher von der Bestürzung über die Ausbreitung der Epedemie überschattet wird.

Aufgrund des späten Termins hatte die Baselworld eine Reihe an Absagen für die Show 2020 hinnehmen müssen, da die Produktions- und Liefertermine mit den großen Akteuren der Branche nicht in Einklang zu bringen waren.

Nun hat die Swatch Group vorgestern bekanntgegeben, dass sie ihren Event für die Prestige-Marken in Zürich – „Time to Move“ – infolge der Ausbreitung des Virus 2019-nCoV abgesagt hat. Dieser sollte vom vom 4. bis 6. März stattfinden – also acht Wochen vor der Baselworld.

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Wenn die Baselworld nur drei Wochen später an ihrem üblichen Termin Ende März stattfinden würde, wäre vermutlich auch sie ernsthaft gefährdet.

Aus heutiger Sicht teilt daher der Managing Director der Baselworld, Michel Loris-Melikoff, WatchPro mit, dass man ausreichend Zeit habe, um zu sehen, wie sich die Gesundheitskrise entwickelt.
„Wir analysieren und beobachten die Situation. Es bleiben noch drei Monate“, sagt er.

Erinnerungen an das SARS-Jahr 2003

Angesichts des sich ausweitenden Corona-Virus werden Erinenrung an das Jahr 2003 wach, als die Baselworld mit der Lungenkrankheit SARS zu kämpfen hatte. Damals breitete sich das Virus ebenfalls von China ausgehend binnen weniger Wochen über nahezu alle Kontinente aus und forderte innerhalb eines halben Jahres fast eintausend Menschenleben.

Die Baselworld hatte 2003 erstmals einen Ableger in Zürich ins Leben gerufen, weil es in Basel einfach an Platz fehlte. In Basel selbst stellten die etablierten Uhren- und Schmucklabels aus, in Zürich befanden sich die 25 Länderpavillons.

Diese standen jedoch nahezu leer, nachdem für 400 Aussteller aus Südostasien – darunter auch die Delegation aus Hongkong – mit rund 3.000 Angestellten aus von SARS betroffenen Regionen vom Bundesamt für Gesundheit BAG ein Arbeitsverbot ausgesprochen wurden – zwei Tage vor Messebeginn.

Das Vertrauen der meisten ostasiatischen Aussteller in den Standort Zürich war dahin, sie forderten zudem von der Messe Schweiz Schadenersatzforderungen in zweistelliger Millionenhöhe und die Rückkehr nach Basel. Dies war mit ein Grund für die Vergrößerung der Messehallen in Basel, wofür es heute von vielen Seiten Kritik hagelt.

Angesichts dieses Debakels wird die Baselworld 17 Jahre später mit der aktuellen Corona-Epedemie besonders durchdacht und behutsam umgehen.

WatchPro wandte sich auch an Fabienne Lupo, Vorsitzende und Geschäftsführerin der Fondation de la Haute Horlogerie und Organisatorin von Watches & Wonders Geneva, hat jedoch noch keine Antwort erhalten.

Tags : baselworldCoronaMelikoffSIHHswatch groupTime to MoveWatches & wonders
Antje Heepmann

The author Antje Heepmann

Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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