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Audemars Piguet verliert Testimonial und entschuldigt sich bei China

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Seit 2018 war der chinesische Schauspieler und Popstar Lu Han Markenbotschafter für Audemars Piguet. Ein einziger Satz von CEO François-Henry Bennahmias hat diese Partnerschaft nun zu einem Ende gebracht.

In einem Interview, das im Mai 2020 auf Watchonista veröffentlicht wurde, berichtet er von einer Rede, die er 2018 vor Studenten in Taiwan gehalten hatte. In diesem Zusammenhang fiel auch seine Äußerung über Taiwan als „ultramodernes High-Tech-Land“.

Daran kann eigentlich nichts falsch sein, denkt man im ersten Moment – und so hat wohl auch Bennahmias gedacht.

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China hingegen denkt anders und wohl auch Lu Han. Die Onlineplattform Business of Fashion berichtet, dass sich das Studio des bisherigen Markenbotschafters der Schweizer Uhrenmarke auf der Social-Media-Plattform Weibo zu Wort gemeldet und die Beendigung der Beziehungen angekündigt. Die Äußerung von Bennahmias sei unangemessen, weil damit „die Marke Audemars Piguet ernsthaft gegen das Ein-China-Prinzip verstoßen” würde.

Wie die Handelzeitung.ch berichtet, verlangte Lu Han sogar, dass sich Audemars Piguet auf auf Englisch und Mandarin für ihren „Fauxpas“ entschuldigen sollten. Und die Schweizer folgten der Aufforderung, was übrigens Marcel Speiser Stellvertretender Chefredaktor der Handelszeitung als „unappetitlich“ bezeichnet.

„Wir entschuldigen uns zutiefst für die jüngste falsche Stellungnahme. Audemars Piguet unterstützt immer die Ein-China-Politik und die nationale Souveränität und territoriale Integrität von China“, verkündete die Marke auf Weibo.

Speiser übersetzt dies in deutliche Worte: „Zu Deutsch: China ist heilig. Wir wollen unbedingt so viele Uhren dort verkaufen wie möglich. Oder andersrum: Werte sind uns egal, Hauptsache die Kasse stimmt.“

Business of Fashion hatte Audemars Piguet um ein Statement gebeten, bislang aber kein Feedback erhalten.

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