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Audemars Piguet setzt auch nach der Krise auf Verknappung

Bennahmias

Die Produktions- und Betriebszentrale von Audemars Piguet in Le Brassus war Ende April mit nur 30 von 800 Mitarbeitern besetzt. Dennoch wurde während des Lockdowns in der Schweiz infolge der weltweiten Corona-Pandemie keiner der Mitarbeiter entlassen und die Marke unterstütze seine wichtigsten Lieferanten.

Das Management hat die lanfristige strategische Entscheidung, niemanden zu entlassen, um so den Markenwert langfristig erhalten zu können, über kurzfristige Kosteneinsparungen gestellt.

CEO François-Henry Bennahmias (Bild oben) gab am 22. April dem Europa Star ein Interview, in dem er sagte:

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„Um den Wunsch (nach Luxus) aufrechtzuerhalten und das Interesse der Menschen weiter zu wecken, müssen wir uns alle neu erfinden. Für alle großen und kleinen Marken wird dies unvermeidlich sein. Aber um das zu schaffen, müssen wir in der Lage sein, die harten Fakten zu akzeptieren. Und die harten Fakten sind, dass der Umsatz für alle sinken wird.“

Marken wie Breitling sprechen jetzt von einem raschen Aufschwung, aber die Zukunft erschien im April weniger positiv, und Audemars Piguet bereitete sich auf einen längeren Abschwung vor.

„Wir wissen sehr gut, dass unser Umsatz in diesem Jahr niedriger sein wird, und wer weiß, vielleicht auch im nächsten Jahr? Wir müssen das akzeptieren und uns stattdessen darauf konzentrieren, den wahrgenommenen Wert der Marke langfristig zu erhalten“, erläuterte Bennahmias. „Wir wissen bereits, dass wir für 2020 Geschäftsverluste erleiden werden. Jetzt arbeiten wir an 2021, 2022.”

Die E-Commerce-Verkäufe sind während des Lockdowns gestiegen, aber Audemars Piguet will weiterhin die Kunden in die Ladengeschäfte bringen.

„Online-Verkäufe werden für uns niemals mehr als fünf bis zehn Prozent ausmachen. Das physische Erlebnis wird niemals ersetzt werden können, zumindest nicht für Produkte wie die unsrigen. Andererseits ist das Internet ideal, um eine Kommunikation zu beginnen. Dieser Kontakt wird jedoch offline fortgesetzt und physisch abgeschlossen“, betont Bennahmias.

Uhrenliebhaber (und Flipper) hoffen, dass es etwas einfacher wird, eine „SS Royal Oak“ zu bekommen, wenn der Umsatz in diesem Jahr sinkt. François-Henry Bennahmias denkt jedch nicht, dass das Angebot die Nachfrage einholen wird.

„Wir hatten vor der Krise nicht genügend Lagerbestände. Jetzt haben wir zwei Monate lang geschlossen und werden nach und nach wieder anfangen. Wir haben uns nicht das Ziel gesetzt, unseren Produktionsverlust aufzuholen. Im Gegenteil, wir wollen die Seltenheit unserer Produkte bewahren.“

Tags : Audemarsaudemars piguetBennahmiasCoronaLockdownPiguet
Antje Heepmann

The author Antje Heepmann

Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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