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Abgehoben – diese Uhren waren schon im All

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Die Entwicklung hin zum Weltraumtourismus der Superreichen wird von vielen aus guten Gründen kritisch gesehen. Haben wir auf der Erde nicht genug Probleme, die man zunächst einmal lösen sollte und für deren Beseitigung auch privates Geld besser investiert wäre?

Auf der anderen Seite steht die verständliche Faszination der „unendlichen Weiten“ und der innovativen Raumfahrttechnik. Zum Glück gibt es eine Möglichkeit, ein wenig Weltall auch hienieden zu erleben. Und zwar mit den tickenden Begleitern verschiedener Weltraummissionen.

Omega: „Speedmaster Moonwatch“

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Sie ist wohl die berühmteste Weltraumreisende ihrer Art. Das 1957 lancierte Modell meisterte die strengen Tests der NASA.

1969 wurde die „Speedmaster“ dann am Handgelenk von Buzz Aldrin zur ersten Uhr auf dem Mond.

Seitdem ist sie eng mit der Eroberung des Weltraums verbunden und trägt den Spitznamen „Moonwatch“.

Sie dient bis heute als Inspirationsquelle für die Nachfolge-Modelle von Omega.

Omega: Speedmaster Skywalker X-33

Fünf dieser Modelle wurden am 17. November 2016 zur Internationalen Raumstation ISS an Bord des japanischen Raumfahrzeugs HTV-6 geschickt. Eine davon trug der französische Astronaut Thomas Pesquet, der am 3. Juli 2017 mit der Raumsonde SpaceX Dragon CRS-11 zur Erde zurückkehrte.

Die Speedmaster „Skywalker X-33“ ist mit dem Quarz-Chronographenwerk Omega 5619 ausgestattet und verfügt unter anderem über einen ewigen Kalender, die Anzeige dreier Zeitzonen, eine Chronographenfunktion und einen Countdown-Timer. Auf der ESA-Auktion „Space Rarities“ im Jahr 2019 wurde die geflogene Omega mit der Seriennummer 92115589 für 52.000 € versteigert

Breitling: „Navitimer Cosmonaute“

Der amerikanische Astronaut Scott Carpenter nahm 1962 an der Mission Aurora 7 teil und trug eine „Navitimer Cosmonaute“ am Handgelenk.

Das Modell, welches auf der klassischen „Navitimer“ basiert, wurde in Zusammenarbeit mit Carpenter entwickelt und ist beispielsweise mit einer 24-Stunden-Skala ausgestattet.

Die „Navitimer Cosmonaute“ gilt als erste Schweizer Armbanduhr, die ins All geschickt wurde.

Rolex: „GMT-Master“

Neben Omega und Breitling schickte auch Rolex Uhren ins Weltall.

So stattete das Genfer Unternehmen die vier amerikanischen Astronauten Eugene Cernan (Apollo 10 und 17), Jack Swigert (Apollo 13), Edgar Mitchell (Apollo 14) und Ron Evans (Apollo 17) mit Modellen der „GMT-Master“-Kollektion aus.

Bulova: „Accutron Spaceview“

Der Zeitmesser wurde 1960 erstmals vorgestellt und gilt als die erste vollelektronische Uhr der Welt. Mit ihrer elektronischen Stimmgabel ebnete die „Accutron Spaceview“ den Weg zur digitalen Uhr, lieferte eine bis dahin mit mechanischen Uhren unerreichte Präzision und gilt als eine Vorläuferin der Quarzuhr.

Die Genauigkeit und Zuverlässigkeit dieser Technologie beeindruckte sogar die NASA, sodass das Accutron-Stimmgabelwerk in den Armaturenbrettsmechanismen von 46 NASA-Missionen eingesetzt wurde. 1971 trug außerdem der US-Amerikaner Dave Scott seinen privaten Bulova-Chronographen, als er über die Mondoberfläche schritt. Auszüge aus dem Log-Buch der NASA für den damaligen Außeneinsatz EVA-3 besagen, dass das Kristallglas der „Speedmaster“ von Omega zerstört worden war und er deshalb für fast fünf Stunden seine Bulova trug und damit vor der amerikanischen Flagge auf dem Mond salutierte. Bis heute gibt es diese Uhr als „Lunar Pilot“, ausgestattet mit moderner Technik.

Auf dem Mond befindet sich übrigens bis heute ein wenig „Accutron“, und zwar in dem Mondfahrzeug, das die Apollo-11-Besatzung 1969 im „Mare Tranquillitatis“ des Erdtrabanten zurückließ.

IWC: „Pilot’s Watch Chronograph Edition Inspiration4“

Noch ganz frisch ist die Weltraum-Erfahrung von IWC-Schaffhausen. Zur Unterstützung von „Inspiration4“, der weltweit ersten rein zivilen Mission in der Raumfahrt, hat IWC Schaffhausen vier Fliegeruhren-Unikate mit Weltraum-Motiven entworfen und gespendet.

Getragen wurden sie von den vier Besatzungsmitgliedern auf ihrer Reise ins All.

Anschließend kamen sie zugunsten des St. Jude Children’s Research Hospital unter den Hammer. Damit unterstützt IWC das Ziel der Weltraummission, finanzielle Mittel für die lebensrettende Arbeit dieses Krankenhauses zu sammeln.

Fortis: „Official Cosmonauts“

Die erste Uhr, die von Roskosmos für Weltraummissionen eingesetzt wurde, war der Kosmonauten-Chronograph von Fortis.

Ein 38-Millimeter-Chronograph mit schwarzem Zifferblatt und kontrastreichen, mit Tritium beschichteten Ziffern, Stunden- und Minutenzeigern.

Mithilfe des Sicherheitsklettbandes konnten die Handgelenke der Euromir 94-Crew augestattet werden. Während dieser Mission wurde die Uhr auch während mehrerer EVAs im offenen Raum getestet, wobei sie den harten Bedingungen standhielt, ohne dass ihre Genauigkeit beeinträchtigt wurde.

Im Laufe der Jahre hat der „Official Cosmonauts“-Chronograph alle Herausforderungen, die ihm von russischen Kosmonauten sowohl auf der Erde als auch im Weltraum gestellt wurden, gemeistert.

2003 ersetzte eine neue Version der Kosmonautenuhr die ursprüngliche Uhr.

Sinn Spezialuhren: „140 S“

Der Chronograph „140 S“ erlangte Berühmtheit durch den Einsatz als erster Automatik-Chronograph im Weltraum. Während der Spacelab-Mission D1 im Jahr 1985 trug der deutsche Physiker und Astronaut Reinhard Furrer die 140 S mit Lemania-Uhrwerk 5100 am Handgelenk. Reinhard Furrer bewies damit, dass eine Armbanduhr mit automatischem Aufzug auch in der Schwerelosigkeit funktioniert. 1992 begleitete die „142 S“ den Astronauten Klaus-Dietrich Flade bei der Mir-92-Mission.

Anlässlich der Neuauflage des technisch weiterentwickelten „Weltraumchronographen 140“ entstand das auf 500 Stück limitierte Modell „140 A“ mit galvanisch versilberten Zählerkreisen und satiniertem Edelstahlgehäuse mit polierten Flanken.

Heuer Stoppuhr

Am 20. Februar 1962 umkreiste der Astronaut John Glenn als erster US-Amerikaner die Erde und wurde zum ersten Menschen, der eine Schweizer Uhr im All trug.

Am 20. Februar 1962 umkreiste der Astronaut John Glenn als erster US-Amerikaner die Erde und wurde zum ersten Menschen, der eine Schweizer Uhr im All trug. Eine Heuer Stoppuhr an seinem Handgelenk maß die Zeit seines vier Stunden und 56 Minuten langen Flugs. Im Juli 1969 maß eine weitere Heuer Stoppuhr die Zeit der Landung der Eagle auf der Oberfläche des Mondes. Beide Heuer Stoppuhren sind heute im Smithsonian Museum ausgestellt.

Seiko: „6139“

1973 trug der amerikanische Astronaut William Reid Pogue seine private „6139“ auf der NASA-Mission Skylab, der dritten und letzten Mission zur ersten Raumstation der USA, obwohl sie nie offiziell für die Mission zugelassen worden war. 

Pogue berichetet später, dass seine Seiko während des Einsatzes einwandfrei funktioniert hatte. Während der Vorbereitungszeit auf die Mission hatte er lange seine „6139“ getragen und war sehr vertraut mit ihr. Deshalb entschied er sich, diesen zeitmesser auch mit ins All zu nehmen.

Die offiziellen NASA-Uhren, die „Speedmaster“ von Omega erhielten die Astronauten erst realtiv spät in der Trainngsphase.

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