Home Nachrichten Deutschland

25 Jahre Uhrmacherausbildung bei A. Lange & Söhne in Glashütte

0

Nur wenige Jahre nach dem Neubeginn 1990 nahm auch der Lehrbetrieb in der sächsischen Manufaktur wieder Fahrt auf. Seit dem 25. August 1997 hat es sich das Glashütter Unternehmen zur Aufgabe gemacht, engagierte junge Menschen auf den Uhrmacherberuf vorzubereiten und damit den Nachwuchs an Fachkräften zu sichern.

Dabei steht nicht nur die ausgezeichnete Vermittlung von Fachwissen und handwerklichen Fähigkeiten im Fokus, sondern auch eine hohe Qualität in der pädagogischen Betreuung.

Neele, 25 Jahre, und Elias, 21 Jahre, besitzen seit Mitte Juli 2022 ihren Facharbeiterbrief.

Advertisement

„Ich habe mich für den Uhrmacherberuf entschieden, weil es eine sehr befriedigende Arbeit ist“, erklärt Elias, der gerade seine Ausbildung bei A. Lange & Söhne abgeschlossen hat.

Der 21-Jährige sagt über sich selbst, er sei schon immer „ein bisschen perfektionistisch“ gewesen: „Ich habe mich nie so wirklich damit zufriedengegeben, wenn Kleinigkeiten nicht gestimmt haben.“ Das schönste Gefühl für ihn: „Am Ende die fertige Uhr zu sehen, die so geht, wie sie gehen soll, und dabei noch so cool aussieht.“

Ein Gefühl, das Neele sehr gut nachempfinden kann. Sie hat nach ihrem Abitur zunächst Biochemie studiert und dann eine Ausbildung bei A. Lange & Söhne begonnen. Auch sie habe sich schon immer für das „Kleine und Feine“ interessiert. „Die Uhrmacherei ist ein Nischenberuf, den man nicht mal eben so macht“, betont sie.

„Daher war es mir wichtig, dass ich zu einer Firma gehe, die auch außerhalb ihres Standorts bekannt ist und in der die Mitarbeiter sehr genau verstehen, was sie dort machen. Deswegen habe ich mich für A. Lange & Söhne in Glashütte entschieden“, berichtet die 25-Jährige, die im gleichen Jahr geboren wurde, in dem der Ausbildungsbetrieb bei A. Lange & Söhne nach dem Neustart 1990 seinen Anfang nahm.

Am 25. August 1997 startete die Manufaktur mit dem ersten Jahrgang, zunächst noch in improvisierten Räumlichkeiten und mit zwei Auszubildenden. Was bescheiden begann, hat sich in 25 Jahren zu einer international angesehenen Aus- und Weiterbildungsstätte entwickelt, die junge Talente aus aller Welt anzieht.

Einweihung des ersten Ausbildungsgebäudes durch Firmengründer Walter Lange am 30. April 1998, gemeinsam mit den ersten beiden Lehrlingen.

Ein Traditionsberuf mit Zukunft

Im Laufe der dreijährigen dualen Ausbildung werden in der hauseigenen Talentschmiede alle Grundlagen gelegt, die es für den Uhrmacherberuf braucht. Die Auszubildenden erlernen Fertigkeiten zum Herstellen von Werkteilen und erhalten Einblicke in alle Schritte, die es zur Produktion eines Lange-Zeitmessers benötigt – von der Konstruktion über die Montage bis hin zur Reparatur. Zudem werden die Auszubildenden in die Geheimnisse von Großuhren, Quarzuhren, Taschenuhren und Weckern sowie von Veredelungs- und Dekorationstechniken eingeweiht. Auch praktische Übungen an Lange-Kalibern sind im Lehrplan vorgesehen.

Darüber hinaus spielt die Förderung der Stärken und der Kreativität der jungen Menschen eine wichtige Rolle. Auch die klassischen Tugenden des Berufs, wie handwerkliches Geschick, Geduld und Hingabe zum Detail, werden vermittelt und so geschätzt wie 1845, als der Firmengründer Ferdinand Adolph Lange die ersten 15 Uhrmacherlehrlinge in Glashütte feierlich begrüßte, um sie im Handwerk auszubilden.

Nach frühen Jahren der Lehre, Wanderschaft und des Ideensammelns hatte er am 7. Dezember 1845 im sächsischen Glashütte die erste Produktionsstätte gegründet, mit dem Ziel, „die besten Uhren der Welt zu bauen“, wie er formulierte.

Feierlich geht es immer im Juli bei der sogenannten Freisprechung zu, wenn die Azubis des dritten Lehrjahrs nach erfolgreicher Prüfung durch die Industrie- und Handelskammer (IHK) ihren Facharbeiterbrief erhalten und ihre Ausbildung offiziell abschließen.

„2022 standen uns zehn junge Menschen gegenüber, die drei Jahre lang bei uns gelernt und studiert haben und nun an unseren Uhren mitarbeiten werden“, berichtet Lange-CEO Wilhelm Schmid stolz. „Wir haben seit 1997 keine Anstrengungen gescheut, um in unsere hauseigene Talentschmiede zu investieren. Ich bin unseren Ausbildern und Verantwortlichen unendlich dankbar für ihr Engagement und freue mich über alle, die bei uns mitarbeiten und ein Teil der Erfolgsgeschichte von A. Lange & Söhne werden wollen.“

HR-Direktorin Christine Land-Spreitzer ergänzt: „Bei der Ausbildung unseres Nachwuchses liegt uns eine ganzheitliche Betreuung von Beginn an am Herzen. Eine eigene Ausbildungsstätte mit modern ausgestatteten Arbeitsplätzen, die Begleitung durch ein pädagogisch geschultes Ausbilderteam sowie regelmäßige Praktika in der Manufaktur garantieren eine fachliche Ausbildung auf höchstem Niveau. Auch achten wir von Beginn an auf die Förderung des Miteinanders und Wir-Gefühls, indem wir Teambuilding-Formate, Studienfahrten und Sportangebote anbieten. So können die Auszubildenden den Unternehmensalltag kennenlernen und Kontakte zu zukünftigen Kolleginnen und Kollegen knüpfen.“

Seit dem Neustart als Lehrbetrieb haben bereits 228 Azubis ihre Uhrmacherausbildung erfolgreich abgeschlossen, die meisten von ihnen setzten im Anschluss ihre Karriere bei A. Lange & Söhne, heute wieder der größte Arbeitgeber in Glashütte, fort.

In den Jahren 2014, 2018 und 2021 wurde jeweils ein Absolvent von der IHK als bester Uhrmacher-Azubi Deutschlands ausgezeichnet. Auch hinsichtlich des Ausbildungsspektrums hat die Manufaktur, der bereits fünfmal das Prädikat „Ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb“ von der IHK verliehen wurde, im Laufe der Jahre eine große Entwicklung vollzogen: Inzwischen werden auch in den Berufszweigen Werkzeugmechaniker, Zerspanungsmechaniker, Büromanagement mit Schwerpunkt Personal- und Finanzbuchhaltung sowie Fachinformatiker für Systemintegration Ausbildungsplätze vergeben.

Previous articleBlitz-Einbruch mit PKW bei Christ-Tochter Brinckmann & Lange
Next articleHyt Watches lässt es zum zehnjährigen Geburtstag leuchten
Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here