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1970 nutzte die Apollo-13-Besatzung auch eine „Speedmaster“, um sicher nach Hause zu kommen

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Spätestens seit des Kinofilms „Apollo 13“ mit Tom Hanks in der Hauptrolle kennt fast jeder die dramatischen Szenen an Bord des Raumschiffes, welches die drei Besatzungsmitglieder Jim Lovell, Jack Swigert und Fred Haise zum Mond bringen sollte.

Alle drei waren mit dem „Speedmaster Professional“-Chronographen von Omega ausgestattet, so wie bei allen bemannten NASA-Missionen seit 1965.

James Ragan, der NASA-Ingenieur, der 1964 die „Speedmaster“ zum ersten Mal testete und qualifizierte, erläuterte damals:

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„Die Uhr ist ein wichtiges Backup. Wenn die Astronauten die Möglichkeit verlieren, mit dem Boden zu sprechen, oder die digitalen Timer ausfallen, dann können sie sich nur auf die Uhren an ihren Handgelenken verlassen. Sie müssen für sie da sein, wenn sie ein Problem haben.“

Und genau dieser Fall trat bei der Apollo-13-Mission am 13. April ein.

„Houston, wir haben ein Problem“, meldete Lovell 1970 an das Mission Control Center, nur 56 Stunden nach dem Start am 11. April.

Er berichtet von einer Explosion, die sich ereignet hat, als Jack Swigert auf Anweisung der Bodenkontrolle den Ventilator eines Sauerstofftanks im Servicemodul aktivierte. Das Raumschiff schlingert und taumelt sehr stark und kann kaum noch auf Kurs gehalten werden. Die Tanks verlieren sehr viel Sauerstoff. Da auch die Brennstoffzellen zur Erzeugung elektrischer Energie Sauerstoff benötigen, bricht die elektrische Energieversorgung teilweise zusammen.

Die Mondlandung wird abgebrochen, stattdessen geht es nur noch darum, die Astronauten sicher nach Hause zu bringen.

Dazu mussten Jim Lovell, Jack Swigert und Fred Haise in das Mondlandemodul umsteigen. Um Energie zu sparen, schaltete die Besatzung fast die gesamte Stromversorgung aus. Dadurch wurden ihre digitalen Timer nutzlos.

Um den richtigen Kurs für den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre und den Kraftstoffverbrauch zu berechnen, nutzte Kommandokapsel-Piloten Swigert seinen „Speedmaster“-Chronographen.

Mission Commander James Lovell:

„Wir haben die Omega-Uhr verwendet, die Jack am Handgelenk trug, und ich musste das Raumschiff kontrollieren. Jack hat die Verbrennung des Motors zeitlich festgelegt, um die Kurskorrektur vorzunehmen und uns sicher nach Hause zu bringen.“

Das einzigartige Manöver funktionierte perfekt, und am 17. April, 142 Stunden und 54 Minuten nach dem Start, landete die Apollo 13 sicher im Südpazifik.

Alle Fotos (bis auf Produktbilder): NASA nasaimages.org

 

Tags : apolloLovellomegaSpeedmasterswatch
Antje Heepmann

The author Antje Heepmann

Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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